
Wie man seine Werkstattheizgeräte wirklich „intelligent“ macht
Wenn Sie schon einmal im Januar in einer eiskalten Werkstatt waren, wissen Sie, wie schwierig das ist. Man schaltet den Schalter ein – doch es dauert ewig, bis die Luft warm wird. Dann zittert man immer noch vor Kälte. Deshalb bevorzuge ich Decken-Infrarotheizungen. Sie versuchen nicht, den ganzen Raum zu erwärmen – sie strahlen einfach Wärme direkt auf einen selbst sowie die Werkzeuge ab. Es ist, als würde man in einen Strahl Sonnenlicht treten.
Doch jeden Mal den Wandschalter betätigen, wenn man die Werkstatt betritt, ist äußerst lästig. Hier kommt die „Intelligenz“ ins Spiel.
Wie das funktioniert
Man kann einfach keinen billigen Smart-Stecker an diese Geräte anschließen. Industrielle Heizgeräte verbrauchen zu viel Energie – dadurch würde ein Standardstecker innerhalb weniger Sekunden beschädigt werden.
Stattdessen verwenden wir eine Lösung, die etwas komplizierter ist: Wir nutzen einen leistungsstarken Kontaktor oder Relais – man kann ihn sich wie einen großen Schalter vorstellen – der mit einem Zigbee- oder Wi-Fi-Gateway verbunden ist. Wenn man auf dem Handy einen Knopf drückt, um den „Wintersmodus“ einzuschalten, gibt das Gateway dem Relais den Befehl, den Stromkreis zu schließen.
Das Beste daran: Es geht fast sofort. Einen Moment lang ist man noch kalt – im nächsten Moment spürt man bereits die Wärme auf den Schultern.
Achtung: Sicherheit first
Mit 220V- oder 380V-Anlagen zu arbeiten, ist keine leichte Aufgabe. Man muss die Verkabelung so gestalten, dass sie den plötzlichen Stromanstieg bewältigen kann – sonst muss man morgens im Dunkeln die Sicherungen wieder einschalten.
In dieser Konfiguration ist der intelligente Controller lediglich das „Gehirn“, das die Entscheidungen trifft. Die eigentliche Arbeit wird von industrietauglichen Schalteinrichtungen übernommen. Dadurch bleibt alles sicher – und vor allem bleiben die Lichter an.
Hinweise
Automatisierung ist zwar großartig – aber nur, solange alles funktioniert. Falls das Internet ausfällt oder das Gateway nicht mehr funktioniert, möchte man schließlich nicht in einer eiskalten Werkstatt feststecken. Ich stelle immer einen manuellen Überbrückungsschalter direkt auf den Boden. Das ist eine einfache Sicherheitsmaßnahme, die hilft, wenn das Netzwerk versagt.
Noch ein Tipp: Infrarotwärme ist sehr intensiv. Sie wirkt schnell und stark. Wenn man mit Materialien arbeitet, die empfindlich auf plötzliche Temperaturänderungen reagieren, sollte man die Wärme nicht zu stark erhöhen. Man braucht daher einen PWM-Controller, der die Wärme allmählich erhöht, damit die Materialien nicht beschädigt werden.